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Burnout - eine undifferenzierte Wahrnehmung

Burnout - eine undifferenzierte Wahrnehmung

Die undifferenzierte Wahrnehmung des Wortes „Burnout“ setzt sich seit Jahren durchgesetzt und prägt heute die Öffentlichkeit.

 

Mit Burnout wird bei einem Menschen gleichgesetzt:

  • extremes Leistungsstreben,
  • persönliche Bedürfnisse vernachlässigen,
  • innere Konflikte übergehen,
  • am Wertesystem zweifeln,
  • sich zurückziehen,
  • eine „Managerkrankheit“ haben - und
  • dergleichen mehr.

Diese Eigenschaften und andere mehr schleudern dir ins Gesicht, sobald du anfängst, dich mit dem Zustand zu beschäftigen. Und ja, du wirst es teilweise sogar bestätigen... 

Denkfehler aufgeräumt

Diese Eigenschaften sind grundsätzlich die Auswirkungen eines individuellen, persönlichen Lebensstils einer Person. Sie haben mit Ausbrennen grundsätzlich nichts zu tun. Jeder Mensch vernachlässigt mal seine Bedürfnisse, weil er gerade anders priorisieren muss. Jeder hat mal keinen Platz für einen Konflikt und vertagt die Klärung, weil er erst mal darüber nachdenken muss. Jeder strebt im Leben etwas an, will etwas erreichen und es hat nichts mit diesem Brennprozess zu tun.

 

Jeder Mensch ist mal müde und erschöpft und bucht dann hoffentlich Ferien oder plant eine Auszeit. Und wenn dieser Lebensstil ausufernd oder übermässig wird, dann sollte derjenige einzig seinen persönlichen Lebensstil hinterfragen.

 

Herr Freudenberger, ein amerikanischer Psychologe, der den Begriff Burnout 1974 prägte, identifizierte auch diese verschiedenen Phasen des „Syndroms“ beim Menschen, mit denen die obigen Eigenschaften gekoppelt werden. Diese Phasen zu kennen ist meiner Meinung nach sehr hilfreich und wertvoll. Aber es ist leider nur die eine Hälfte vom Ganzen! Sie führen in einen Zustand hinein, und nicht wieder hinaus.

 

Einbahnstrasse!

 

Der medizinische Begriff „Syndrom“ beschreibt übrigens einen Zustand mit vielen verschiedenen Symptomen und - die traditionelle Medizin weiss nicht, was der Patient wirklich hat... 

 

Der Begriff „Burnout“ wird heute - nach meinen Erfahrungen - missbraucht und lässt sich auch kaum mehr ‚retten‘. Der Ausdruck hat seinen Sinn verloren.

 

„Burn-out“ ist das geworden, was die einen ausserhalb eines anderen sehen (wollen)!

 

Fragen an dich:

  • Welchen Lebensstil hast du bisher gelebt?
  • Welche Werte sind dir besonders wichtig?
  • Welches sind deine persönlichen Bedürfnisse?

Herzliche Grüsse, Gertrud Keller

P.S.: Interessieren dich alle Denkfehler? Dann lies nach in meinem Artikel "Erschöpfung & Burnout einfach verstanden: 11 häufigste Denkfehler!


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